Physik Sender

Der "Physiksender" - oder: "Wenn wir senden, schweigt selbst der Prof."

Nun ja, um dieses Projekt rankt sich eine recht lustige Geschichte, an die sich einige meiner Komilitonen bestimmt noch gerne erinnern...

Eines schönen Morgens im ersten Semester, während der Vorlesung "Experimentalphysik" - eigentlich eine der interessanten Vorlesungen - drängte sich mir ob des drahtlosen-Mikrophon-tragenden Professors die Frage auf, in welchem Frequenzbereich diese hochfrequenzemittierenden kleinen Helferlein denn wohl operieren.
Also, nächste Vorlesung den guten alten IC-Q7E mitgenommen und die Vorlesung mit Knopf im Ohr erstmal durchscannen - und bei ca. 186 MHz fand sich dann auch das Funkmikrofon. Und während ich da so Walkman-like (ja, MP3 Player gabs da noch nicht! Gott, ist das lang her!) herumsitze, fragt mich Simon so von der Seite: "Sag mal, kann das Ding da auch senden ?"

Nun ja, da der Q7E in diesem Frequenzbereich leider nicht senden kann, erklärt sich das folgende Projekt, daß im Übrigen mit der Hilfe von Horst, DJ7EZ durch einige Verbesserungsvorschläge erst möglich wurde.

Hier zunächst einmal der Schaltplan:



Es handelt sich, wie man sehen kann, um einen dreistufigen Sender.
Der Feldeffekttransistor Q1 bildet mit den umliegend Kapazitäten und der Luftspule L1 den frequenzbestimmenden Oszillator im Bereich von 62 MHz.
Das NF-Signal von der Tonquelle wird über zwei Elektrolytkondensatoren und einen Spannungsteiler auf die Kapazitätsdiode eingekoppelt. Poti RV1 dient zur Arbeitspunkteinstellung der Diode und sollte so eingestellt werden, daß beim Testhören keine Übersteuerung zu hören ist.

Die folgende im C-Betrieb arbeitende Emitterverstärkerstufe sorgt mit dem im Ausgang befindlichen Schwingkreis dafür, daß die dritte Oberwelle verstärkt wird.
Die sich anschliessende Verstärkerschaltung sorgt schliesslich für die Ausgangsleistung, welche über ein Pi-Filter an die Antenne abgegeben wird.

Der Abgriff der Spule L2 befindet sich nach der ersten Windung vom "heißen" Ende aus gesehen.

Der Aufbau ist an sich simpel, lediglich der Betrieb ist ein wenig kritisch. Die Frequenzdrift ist recht hoch, es empfiehlt sich, die Luftspulen durch ein wenig Wachs am Sich-bewegen zu hindern.

Leider ist der Sender nicht stark genug, um mit dem drahtlosen Mikrofon mitzuhalten.
Dennoch hatten wir seinerzeit das Glück, daß nach der Vorlesung zwar das Mikro ausgeschaltet wurde, der Empfänger aber an blieb und nur dem Signal von bedrahteten Mikrofon zugemischt wurde.

Dementsprechen viel Spaß hatten wir, die der Experimentalphysik Vorlesung folgenden Veranstaltung ein wenig Würze hinzuzugeben.

Die Reaktion der Professoren war interessant zu beobachten. Aber wer würde nicht irritiert sein, wenn auf einmal das nicht vorhandene Handy klingelt und das auch noch über die Lautpsprecheranlage ?

So, bevor nun das *.zip Archiv mit BoardFile, Schaltplan und Stückliste diese Seite abschließt, noch ein WICHTIGER Hinweis:

INNERHALB DER BRD IST DER BETRIEB EINES SOLCHEN SENDERS VERBOTEN.
AUFBAU UND BETRIEB ZU TESTZWECKEN IST LEDIGLICH LIZENSIERTEN FUNKAMATEUREN VORBEHALTEN (AN BETRIEB MIT DUMMY-LOAD DENKEN!).


Download von Physiksender.zip